Die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich war das Thema des zweiten Zukunftsgesprächs des Landes Niederösterreich. Medizinischer Fortschritt, innovative Versorgungskonzepte und eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Menschen schaffen die Grundlage dafür, dass Patientinnen und Patienten auch künftig auf eine hochwertige, wohnortnahe und verlässliche Gesundheitsversorgung vertrauen können.
Wie diese Zukunft gestaltet wird und welche Chancen sich daraus für die Bevölkerung ergeben, stand im Mittelpunkt des zweiten Zukunftsgesprächs der Initiative „Mein Land denkt an morgen“, das am Dienstagabend im Landesklinikum Mauer stattfand. Unter dem Titel „Worauf achten wir morgen? Gesundheit zwischen Prävention und Spitzenmedizin“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin, Gesundheitswesen und Systemplanung gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern über die nächsten Entwicklungsschritte eines modernen Gesundheitssystems.
Im Fokus standen dabei die großen Stärken der Gesundheitsversorgung von morgen: eine noch stärkere Prävention, moderne Behandlungsmöglichkeiten, die Bündelung medizinischer Spitzenkompetenz sowie neue Versorgungsmodelle, die den Menschen genau dort die richtige Unterstützung bieten, wo sie benötigt wird. Der NÖ Gesundheitsplan 2040+ bildet dafür einen wesentlichen strategischen Rahmen und verfolgt das Ziel, Qualität, Erreichbarkeit und Versorgungssicherheit langfristig auf höchstem Niveau sicherzustellen.
Die Zukunftsgespräche sind das Herzstück der Zukunftsinitiative „Mein Land denkt an morgen“ des Landes Niederösterreich. Sie bringen wissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis sowie die Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Niederösterreich die Chancen kommender Entwicklungen aktiv nutzen kann, um Lebensqualität, Gesundheit und Versorgungssicherheit auch für kommende Generationen weiter auszubauen.
Nach der Begrüßung durch Christian Korbel, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Mauer, gab Peter Filzmaier Einblicke in die Ergebnisse aktueller Befragungen der Zukunftsinitiative: „Gesundheit ist eines jener Themen, bei denen Zukunft sehr konkret wird. Die Menschen erwarten sich eine Versorgung, die im Alltag erreichbar bleibt, gleichzeitig aber medizinische Qualität und eine gute Information der Bevölkerung sicherstellt. Wir brauchen jedenfalls mehr Menschen in Gesundheitsberufen. Die Befragungen zeigen: Jugendliche wären dazu bereit.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Universität für Weiterbildung Krems, sowie Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, Gesundheitsversorgung und Systemplanung noch stärker miteinander verbunden werden können.
Elisabeth Bräutigam unterstrich die Bedeutung einer vernetzten Versorgung: „Der Gesundheitsplan 2040+ ist darauf ausgerichtet, die Versorgung in Niederösterreich langfristig abzusichern und zugleich weiterzuentwickeln. Entscheidend ist, dass Patientinnen und Patienten dort versorgt werden, wo es medizinisch sinnvoll ist und wo sie die beste Betreuung erhalten. In Zukunft wird es noch wichtiger sein, Leistungen an hochspezialisierten Standorten zu bündeln. So können wir höchste Qualität für unsere Patientinnen und Patienten garantieren, unsere Medizinerinnen und Mediziner erhalten Routine in ihrem täglichen Tun und unsere Nachwuchskräfte erhalten die beste Ausbildung. Prävention, Pflege, Kliniken und niedergelassener Bereich müssen künftig noch stärker zusammengedacht werden.“
Gerald Gartlehner hob die Rolle wissenschaftlicher Evidenz hervor: „Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem braucht Entscheidungen, die sich an den besten verfügbaren Daten orientieren. Gerade bei Prävention, Screening, Digitalisierung und neuen medizinischen Möglichkeiten müssen wir genau hinschauen: Was hilft wirklich? Was bringt messbaren Nutzen für die Menschen? Wo setzen wir Ressourcen so ein, dass sie den größten gesundheitlichen Effekt erzielen? Und wie nehmen wir die Bevölkerung auf diesem Weg mit? Evidenzbasierung ist kein Selbstzweck, sondern eine Voraussetzung für Qualität und Vertrauen.“
Herwig Ostermann brachte die systemische Perspektive ein: „Die große Aufgabe besteht darin, Prävention, Grundversorgung, Spitalsversorgung, Pflege und Rehabilitation nicht getrennt voneinander zu betrachten. Ein gutes Gesundheitssystem entsteht dort, wo Zuständigkeiten ineinandergreifen und Patientinnen und Patienten nicht zwischen Strukturen verloren gehen. Dafür braucht es Planung, Kooperation und den Mut, Versorgung vom Bedarf der Menschen her zu denken.“
In der Diskussion wurde deutlich, dass die demografische Entwicklung, der medizinische Fortschritt, der Personalbedarf und die steigenden Erwartungen an Erreichbarkeit und Qualität zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre darstellen. Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung, bessere Daten, neue Formen der Zusammenarbeit und ein stärkerer Fokus auf Prävention große Chancen.
Moderiert wurde der Abend von Friedrich Faulhammer, Leiter der Zukunftsinitiative. Er fasste den Anspruch der Reihe zusammen: „Zukunft entsteht nicht im Alleingang. Es geht darum, zuerst Orientierung zu geben und dann ins Gespräch zu kommen. Gerade beim Thema Gesundheit sehen wir, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse, Bürgerperspektiven und praktische Erfahrung zusammenzuführen. Die Zukunftsgespräche schaffen genau dafür den Raum: sachlich, offen und mit Blick auf das große Ganze.“
Das zweite Zukunftsgespräch in Mauer war Teil einer Reihe von insgesamt fünf Zukunftsgesprächen, die 2026 in den Regionen Niederösterreichs stattfinden. Die Ergebnisse aus der Diskussion, den Publikumsrückmeldungen und den wissenschaftlichen Analysen fließen in die weitere Arbeit der Initiative „Mein Land denkt an morgen“ ein. Ziel bleibt es, zentrale Zukunftsfragen gemeinsam zu diskutieren und daraus konkrete Ableitungen für Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu entwickeln.
Weitere Informationen: Mag. Friedrich Faulhammer, Amt der NÖ Landesregierung - Landesamtsdirektion/Zukunftsforschung, Tel.: +43 (0)2742/9005-15334, E-Mail: friedrich.faulhammer@noel.gv.at
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